Hendrik Siebolds, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Auricher Stadtrat, hat nachfolgenden Änderungsantrag zu den Vergabekriterien für die Wohnungen in der Norderstraße gestellt:

Änderungsantrag zur DS 19/162/2 Kriterien zur Vergabe von bezahlbaren Wohnungen in der Norderstraße 6/8

Die Ratsfraktion DIE LINKE beantragt folgende Änderungen der Beschlussvorlage:

zu:   „Wohnungen für Leistungsbezieher“ (Seite 1 der Anlage zur Drucksache)

„Von den 11 Wohnungen in der Norderstr.6/8 werden 6 Wohnungen an Personen vergeben, die aufgrund ihrer Einkommenssituation berechtigt sind, eine der folgenden Leistungen in Anspruch zu nehmen:…“ usw.

Begründung:

a)      Es ist das Ziel günstigen Wohnraum für sehr einkommensschwache Mieter zu schaffen, dafür sind 4 von 11 Wohnungen zu wenig

b)      durch Vermietung der fünf 50 m²-Wohnungen an Leistungsbezieher können hier 7,22 €/m² aus den Kosten der Unterkunft erzielt werden

zu:   „Wohnungen für Personen mit geringem und mittlerem Einkommen“     (Seite 6 der Anlage zur Drucksache)

Variante 3 wird in nachfolgender geänderter Fassung beschlossen:

Größe

ca. 50 m²

ca. 60 m²

ca. 75 m²

Kaltmiete/m²

6,00 €

6,00 €

6,00 €

Kaltmiete

300,00 €

360,00 €

450,00 €

Maximales Nettoeinkommen

1.250,00 €

1.550,00 €

1.750,00 €

Anteil Kaltmiete am Nettoeinkom.

24 %

23 %

26 %

 

                                                                                                                          -1-

Bei der Bestimmung des Nettoeinkommens wird jegliches Einkommen berücksichtigt, außer Kindergeld.

Begründung:

a)     Das Kindergeld wird nicht zum max. Einkommen gerechnet, um besonders Familien und Alleinerziehende mit Kindern zu fördern

b)     Die Kaltmiete soll einheitlich höchstens 6 €/m² sein,

Ø  weil es keinen Grund gibt, die kleineren Wohnungen teurer zu machen. Die kleineren Wohnungen haben keinen höheren Wohnwert.

Ø  6 €/m² sind in Aurich ungefähr die Trennlinie zwischen günstigem und teurerem Wohnraum

c)     der Anteil der Kaltmiete am Nettoeinkommen sollte höchstens bei ca. 25 % liegen,

Ø  denn mit den vollen Nebenkosten (inkl. Heizung) steigt der Anteil der gesamten Mietkosten schon auf ca. 35 % des Nettoeinkommens, was insbesondere für kleine Einkommen schon hoch ist

zu:  „Vergabe“         (Seite 5 der Anlage zur Drucksache)

 „Im Zweifel werden Mietinteressenten mit geringerem Einkommen und / oder Kindern bevorzugt“.

Begründung:

Mietinteressenten mit Kindern sollen besonders berücksichtigt werden, denn sie haben durch Kinder  auch besondere Belastungen.

Die Warnung der Schuldnerberatung Ostfriesland vor einer Zusammenarbeit der Stadt Aurich mit der Adler Wohnen & Service GmbH, bestätigt die bisherigen Informationen der Ratsfraktion DIE LINKE. Die Fraktion hatte daher schon in öffentlichen und nichtöffentlichen Sitzungen des Rates auf die dubiosen Methoden der Adler GmbH und die schlechte Behandlung ihrer Mieter hingewiesen. Es ist richtig und mutig, dass die Betreuer der Schuldnerberatung sich nun an die Stadt, den Landkreis und die Öffentlichkeit wenden, um die Missstände aufzudecken. Die negativen Praktiken im Umgang mit Mietern der Adler GmbH sind schließlich nicht neu und waren schon von anderen     Wohnungskonzernen wie Baubecon oder Prelios in Aurich bekannt. Die Aussage von Adler-Pressesprecher Dr. Rolf-Dieter Grass, alles werde „sauber abgerechnet“ und es seien nur „Einzelfälle“, sind als die üblichen, abwimmelnden Rechtfertigungen solcher Konzerne einzustufen.

Für die LINKE-Fraktion ist nun endgültig klar, dass die Stadt keinerlei Geschäfte mit der Adler GmbH bzw. dem Eigentümer Adler Real Estate machen darf. Die Fraktion erwartet viel mehr, dass Bürgermeister Windhorst und auch Wirtschaftsstadtrat Kuiper sich in kommenden Gesprächen mit der Adler GmbH eindeutig für die Rechte der Mieter stark machen und das asoziale Verhalten der Adler GmbH missbilligen.

Die beabsichtigte Anmietung von Wohnungen der Adler GmbH hätte ohnehin kaum Entlastung bei der Wohnungsnot gebracht. Neben den überteuerten eigenen Neubauwohnungen der Stadt in der Norderstraße und den hochsubventionierten Untervermietungswohnungen im Krähennestergang, ist hiermit ein weiterer ungeeigneter Versuch zur Bekämpfung der Wohnungsnot gescheitert. Die LINKE-Fraktion hofft, dass sich nun im Rat der Stadt endgültig die Erkenntnis durchsetzt, dass die Wohnungsnot nur durch massiven Bau eigener Wohnungen und Sozialwohnungen nachhaltig gelindert werden kann.

Aktuell bietet sich dazu die Möglichkeit an, auf dem stadteigenen Grundstück an der Kirchdorferstraße neue Wohnungen zu bauen und im eigenen Bestand zu halten, anstatt nur das Grundstück zu verkaufen. Ferner müssen endlich auch die rd. 30 Wohnungen der Stadt saniert werden, die aufgrund ihres schlechten Zustands teilweise seit Jahren leer stehen. Stadt und Landkreis sollten zudem selbst Sozialwohnungen bauen. Der Landkreis könnte so erheblich an den Kosten der Unterkunft einsparen. Die Förderbedingungen des Landes Niedersachsen für Sozialwohnungen sind aktuell nochmals verbessert worden. Und beim Bau von Sozialwohnungen in der Kaserne gewährt der Bund zusätzlich pro Sozialwohnung bis zu 25.000 € Kaufpreisnachlass. Letztlich kann nur der öffentliche Wohnungsbau die Wohnungsnot bekämpfen und Mieter aus der Abhängigkeit von abzockenden Immobilienkonzernen befreien.

DIE LINKE im Stadtrat Aurich macht Druck und beantragt noch eine Sitzung des Umwelt- und Verkehrsausschusses vor Beginn der Sommerferien einzuberufen. Hendrik Siebolds, Fakrtionsvorsitzender, will noch vor der Sommerpause folgende Themen behandelt wissen:

- Neukonzeption Anrufbusses
- Antrag Bündnis 90/Die Grünen „Aurich ruft den Klimanotstand aus“, Drucksache 19/102
- Anfrage der Bürgerinitiative Baumschutz Aurich auf Mitwirkung im Umweltausschuss
- Leitbild Verkehr für den Verkehrsentwicklungsplan
- Bericht der Verwaltung über die Wirksamkeit der Umstellung Straßenbeleuchtung auf LED
- Sachstand Überprüfung der Straßenausbaubeitragssatzung

Begründung:

Zu den Punkten Anrufbus, Verkehrsentwicklungsplan und LED-Beleuchtung sollen laut der Aufstellung wesentlicher Produkte für den Haushalt 2019 bis zum 30.6.2019 Berichte und Beschlussvorlagen der Verwaltung erstellt werden. Soweit dieser Termin eingehalten wird, wäre eine Beratung im Umweltausschuss in der ersten Juli-Woche noch möglich und sinnvoll.

Beim Anrufbus muss dringend eine Ratsentscheidung über die neue Konzeption gefunden werden, auch weil der bestehende Vertrag zum Anrufbusbetrieb rechtzeitig gekündigt werden muss.

Der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zum Klimanotstand sollte ebenfalls noch vor den Ferien beraten werden, denn eventuelle Maßnahmen gegen den Klimawandel dürfen nicht mehr länger aufgeschoben werden.

Aus gleichem Grunde muss auch der Verkehrsentwicklungsplan für Aurich schnell vorangetrieben werden.

Wenn diese Punkte nicht noch vor den Sommerferien beraten werden, wird es erst wieder Herbst und schnell Jahresende bevor Beschlüsse zu diesen wichtigen Themen gefasst werde. Aber Aurich muss endlich vorankommen mit seinen Anstrengungen für eine ökologischen Verkehrswende und den Klimaschutz.

In diesem Zusammenhang kritisiert meine Fraktion auch die Absage des Runden Tisches „Personenverkehr auf der Bahnstrecke Aurich-Emden“ in diesem Juni. Der runde Tisch hätte dringend stattfinden müssen, auch um zum Beispiel jüngste aktuelle Veränderung bei der Bewertung von zu reaktivierenden Bahnstrecken für den Personenverkehr zu beraten.

In seiner Pressemitteilung vom 12. Februar kritisiert Hendrik Siebolds, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Stadtrat Aurich, die Äußerungen des GAP-Fraktionsvorsitzenden Siebels-Michel scharf:

Für die Ratsfraktion LINKE ist die Aussage von GAP-Fraktionsvorsitzende Siebels-Michel, dass die LINKE bezüglich des Kanalnetzes die Bevölkerung verängstige, eine unverschämte, populistische Schuldzuweisung. Die LINKEN-Fraktion wollte durch den Bericht der Verwaltung Klarheit über den Zustand der Auricher Kanalnetze und Straßen schaffen. Dies hat sich als richtig und überfällig erwiesen, denn nach dem Sachstandsbericht ist klar, dass Aurich bei der Sanierung seiner Kanäle und Straßen bis heute viel zu wenig getan hat. Bei 560 km Kanalnetz und einer jährlichen Sanierungsleistung von rund 2 km ist das offensichtlich. Viele Straßenschäden sind die Folge undichter Kanäle. Schon im September 2015 hatte die Verwaltung auf Nachfrage der LINKEN dem Rat berichtet, dass ein Drittel der Kanalnetze „stark sanierungsbedürftig“ seien. Und vom Sanierungsprogramm 2008 – 2012 für 60 km Gemeindestraßen wurde nur eine einzige Straße umgesetzt. Diese Tatsachen sind sicher beunruhigend, aber die Probleme lösen sich nicht durch Totschweigen.

Absurd und falsch ist der Vorwurf von Siebels-Michel, die LINKE würde zwar kritisieren, sei aber durch ihre Ablehnung einer Regenwassergebühr nicht bereit Geld für Kanalsanierung zur Verfügung zu stellen. Denn der hohe Sanierungsbedarf bei Straßen und Kanälen besteht seit mindestens 15 Jahren. Spätestens ab 2006 - mit ständig steigenden Gewerbesteuereinnahmen bis zu 160 Millionen €  im Jahr -  wäre genügend Geld da gewesen, um die erforderlichen Sanierungen anzupacken. Dass dies nicht passierte, liegt auch maßgeblich in der Verantwortung von GAP und SPD, die derzeit die Mehrheit im Rat hatten. Statt die maroden Straßen und Kanäle zu sanieren, steckten diese Fraktionen lieber viel Geld und Verwaltungskapazität in umstrittene Großprojekte.

Und immer noch sieht die Gruppe SPD/GAP nicht die richtigen Prioritäten. Statt dringend reparaturbedürftige Straßen wie z.B.  Popenserstraße, Lützowallee oder Blücherstraße zu sanieren werden über 2 Millionen € für eine neue Fußgängerzone ausgegeben, obwohl diese noch bis vor kurzem nicht als dringend sanierungsbedürftig galt. Gunther Siebels-Michel sollte daher lieber selbstkritisch über die Haushaltspolitik seiner Gruppe in den vergangenen Jahren nachdenken, anstatt die LINKE anzugreifen, die diese Missstände lediglich aufgedeckt hat.

Und selbstverständlich denkt auch die LINKEN-Fraktion unvoreingenommen über eine Regenwassergebühr nach. Die hat aber auch erhebliche Nachteile. Die Steuerungswirkung gegen Versiegelung ist vielleicht bei Neubauten wirksam, aber nicht bei Altbeständen. Jetzige Hausbesitzer könnten nur durch sehr hohen Entsiegelungsaufwand die Gebühr mindern. Dies rechnet sich sogar langfristig nicht.  Zudem würde die Regenwassergebühr auf Mieten umgelegt. Dies ist bei den sehr hohen Mieten in Aurich bedenklich. Und die von der GAP genannte Gebühr von 0,40 € pro qm Versiegelung deckt nur die Hälfte der Kosten. Zur vollen Deckung müsste die Gebühr verdoppelt werden. Auch ohne diese Belastung der Bürger kann die zunehmende Versieglung bekämpft werden, durch Festsetzungen in Bebauungsplänen, Anreize und Förderung von Entsiegelung und durch Aufklärung.

Für die Fraktion DIE LINKE ist die jetzt dem Rat zugesandte Verordnung zum Schutz der öffentlichen Sicherheit am Georgswall eine unnötige und unverhältnismäßige Maßnahme. Wieder einmal sollen hier aufgrund der Verfehlungen Weniger die Freiheiten Vieler beschränkt werden.

Statt eines generellen Verbotes von Alkoholkonsum und eines Leinenzwangs für alle Hunde sollte man konsequent nur auffällige Störer herausfiltern und zur Rechenschaft ziehen. Dazu sollten die nur knapp  100 m entfernte Polizeistation und auch der Sicherheitsdienst der Stadt, die Citystreife, in der Lage sein. Zudem ist es nicht einsehbar, dass man sich kommerziell bei dem Sommerfest am Wall oder in den Außengastronomien der Altstadt gepflegt betrinken darf, aber eine selbst mitgebrachte Dose Bier oder  ein Flasche Wein am Georgswall im Grünen nicht verzehren dürfte.

Und gut erzogene freilaufende Hunde sind auch keine Gefahr, sondern eher eine Bereicherung. Sie verbinden Menschen und sind besonders für Kinder häufig eine pädagogisch wertvolle Erfahrung. Außerdem haben nun schon viele neue Hundebesitzer ihre Prüfungen zum Führen von Hunden absolviert.

DIE LINKE setzt zur Ordnung im öffentlichen Bereich auf Eigenverantwortung und Rücksichtnahme. Und nicht auf generelle Verbote  zu Lasten aller. Die vorgeschlagene Verordnung hat auch weitere Schwächen. Der enge Geltungsbereich würde lediglich zu Verlagerung von Personenkreisen führen. Der Katalog der Ordnungswidrigkeiten ist zudem unpräzise gefasst. So dürften sich zum Beispiel Personen, die in der Altstadt etwas gegessen und Alkohol getrunken haben, gar nicht mehr auf dem Georgswall aufhalten oder ihn betreten ohne eine Ordnungswidrigkeit zu begehen. In der Rechtsprechung ist nach erster Recherche die Zulässigkeit derartige Verordnungen ohnehin umstritten. Statt der Verordnung wäre es wesentlicheffektiver, wenn die Polizei wieder vermehrt Streife in der Innenstadt laufen würde.

"Die Ratsfraktion der Linken im Auricher Stadtrat ist sehr erstaunt, aber auch verärgert über den jüngsten Vorstoß der Gruppe SPD/GAP, die Sanierung der Fußgängerzone vorzuziehen." erklärt Hendrik Siebolds, Fraktionsvorsitzender der Linken im Auricher Stadtrat in seiner Pressemitteilung. Zwar soll auch die Fußgängerzone im Rahmen der Altstadtsanierung neu gepflastert und möbliert werden, aber sie ist derzeit noch funktionsfähig und gefahrlos begehbar. Demgegenüber ist der Marktplatz nicht funktionstüchtig und birgt mit seinem schlechten Pflaster Gefahren für die Nutzer, insbesondere für Menschen mit körperlichen Einschränkungen wie zum Beispiel Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen. Seit Jahren weist die Linke darauf hin, dass das holprige Marktplatzpflaster nicht nur eine großes Hindernis, sondern auch nicht verkehrssicher ist. Verschiedene Ausbesserungen haben hier keine nachhaltige Abhilfe geschaffen. Das Pflaster ist zudem schwer zu reinigen und unansehnlich. Sehr viele Granitplatten sind bereits gebrochen.

Für die Linke ist es daher absurd zuerst die Fußgängerzone neu zu pflastern, anstatt die offensichtlichen großen Mängel auf dem Marktplatz zu beseitigen. Dazu reicht es auch nicht nur den Weg rund um den Marktplatz zu erneuern. Gehbehinderte Menschen möchten den ganzen Marktplatz nutzen können. Bei einer Neupflasterung könnten dann auch Schächte für Leitungen für den Wochenmarkt und  andere Veranstaltungen sowie technische Vorkehrungen für eine attraktivere Möblierung und Begrünung des Markplatzes eingebaut werden. Die Linke wundert sich, dass Frau Krantz nun plötzlich Gelder für die Fußgängerzone in Aussicht stellt. Noch im letzten Jahr hieß es von der Verwaltung, es gebe kein Geld für den Marktplatz. Sollte nun tatsächlich doch Geld da sein, fordert die Linke dann entweder die Marktplatzpflasterung vorzuziehen oder Marktplatz und Fußgängerzone in einem Zuge zu sanieren.

"Die Ratsfraktion der Linken im Auricher Stadtrat ist sehr erstaunt, aber auch verärgert über den jüngsten Vorstoß der Gruppe SPD/GAP, die Sanierung der Fußgängerzone vorzuziehen." erklärt Hendrik Siebolds, Fraktionsvorsitzender der Linken im Auricher Stadtrat in seiner Pressemitteilung. Zwar soll auch die Fußgängerzone im Rahmen der Altstadtsanierung neu gepflastert und möbliert werden, aber sie ist derzeit noch funktionsfähig und gefahrlos begehbar. Demgegenüber ist der Marktplatz nicht funktionstüchtig und birgt mit seinem schlechten Pflaster Gefahren für die Nutzer, insbesondere für Menschen mit körperlichen Einschränkungen wie zum Beispiel Rollstuhlfahrer, Senioren mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwagen. Seit Jahren weist die Linke darauf hin, dass das holprige Marktplatzpflaster nicht nur eine großes Hindernis, sondern auch nicht verkehrssicher ist. Verschiedene Ausbesserungen haben hier keine nachhaltige Abhilfe geschaffen. Das Pflaster ist zudem schwer zu reinigen und unansehnlich. Sehr viele Granitplatten sind bereits gebrochen. Für die Linke ist es daher absurd zuerst die Fußgängerzone neu zu pflastern, anstatt die offensichtlichen großen Mängel auf dem Marktplatz zu beseitigen. Dazu reicht es auch nicht nur den Weg rund um den Marktplatz zu erneuern. Gehbehinderte Menschen möchten den ganzen Marktplatz nutzen können. Bei einer Neupflasterung könnten dann auch Schächte für Leitungen für den Wochenmarkt und  andere Veranstaltungen sowie technische Vorkehrungen für eine attraktivere Möblierung und Begrünung des Markplatzes eingebaut werden. Die Linke wundert sich, dass Frau Krantz nun plötzlich Gelder für die Fußgängerzone in Aussicht stellt. Noch im letzten Jahr hieß es von der Verwaltung, es gebe kein Geld für den Marktplatz. Sollte nun tatsächlich doch Geld da sein, fordert die Linke dann entweder die Marktplatzpflasterung vorzuziehen oder Marktplatz und Fußgängerzone in einem Zuge zu sanieren.

DIE LINKE hält nichts von einer Sperrstunde, die jüngst der Auricher Polizeichef Hans-Jürgen Bremer vorgeschlagen hat. Eine Sperrstunde würde die Probleme mit gewalttätigen oder störenden alkoholisierten Personen nicht lösen, sondern höchstens zeitlich verlagern. Bei einer Sperrstunde würden zudem alle Gäste zum gleichen Zeitpunkt auf der Straße stehen, was die Situation sicher nicht entspannt. Bremer sagt ja selbst: „Schlägereien entstehen da, wo Jugendliche in einer großer Menge auftreten“. 
Es ist auch grundsätzlich falsch, dass für das Fehlverhalten Einzelner wie so oft die Allgemeinheit dafür mitbestraft wird und auf ein Freizeitangebot verzichten soll. Dieser zunehmende Trend ist leider überall in der Gesellschaft zu beobachten. Die Freiheiten der Bürger, besonders im öffentlichen Raum, werden immer weiter beschnitten und reglementiert, nur weil Einzelne diese Freiheiten missbrauchen und sich falsch verhalten. Statt allgemeiner Verbote und Vorschriften ist es verstärkt notwendig, die sich falsch verhaltenden Personen zu disziplinieren und notfalls zu bestrafen. Es ist vor allem die Aufgabe der Polizei  die Allgemeinheit vor solchen Personen zu schützen. Im besten Fall arbeitet die Polizei hierzu mit den Gaststätteninhabern eng zusammen, besonders auch zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. 
Zudem könnte sich eine Sperrstunde in Aurich zu einer geschäftsschädigenden Auflage entwickeln. Gäste könnten nämlich in andere Städte abwandern. „Die Gastronomie ist ohnehin schon in allen Bereichen durch Auflagen und Vorschriften schwer belastet. Das muss mal aufhören, sonst sterben noch die letzten Gaststätten, Kneipen und Diskotheken weg.“, meint dazu LINKEN-Ratsherr Siebolds. Und Aurichs Nachtleben sei eh schon sehr eingeschlafen. 
Überhaupt kein Verständnis hat Siebolds für Bremers Vorschlag den privaten Sicherheitsdiensten mehr Kompetenzen zu verschaffen, um die Polizei zu entlasten. Hoheitliche Aufgaben der Polizei – zumal im direkten Kontakt mit dem Bürger – dürfen nicht auf private Firmen übertragen werden, auch weil deren Mitarbeiter weniger umfangreich ausgebildet sind. Sicherheit darf auch nicht zu einer Frage des Geldbeutels werden, sondern muss für alle gleich gewährleistet sein. Polizeichef Bremer sollte sich eher dafür einsetzen mehr Personal zu bekommen, damit auch in Aurich mehr Polizisten auf Streife gehen und Präsenz zeigen. Es ist nämlich höchst erstaunlich, dass gerade am Carolinenhof in direkter Nachbarschaft und quasi unter den Augen der Polizei so viele Schlägereien stattfinden.
LINKEN-Ratsherr Hendrik Siebolds stellt fest, dass sich das jetzt dem Rat ausgehändigte neue Einzelhandelsgutachten der Beraterfirma CIMA eindeutig für den Alt-Standdort Wiesenstraße für einen neuen großen Lebensmittelmarkt zur Versorgung Sandhorsts und des Auricher Nordens ausspricht. Die CIMA bestätigt, dass die dort realisierbaren 1.200 qm Verkaufsfläche für einen Vollsortimenter ausreichend sind. Laut CIMA ist „der Standort lage- und verkehrsseitig sehr gut geeignet“ und der neue Markt dort könnte auch „…gut die Nachfrage aus dem weiteren Umfeld bzw. dem Stadtgebiet Nord ansprechen.“ Rund 1.300 Bürger könnten den Markt fußläufig erreichen. In einem weiteren Schritt empfiehlt CIMA zur Ergänzung einen weiteren kleineren Markt im Bereich Kasernengelände.  Diese Bewertung hatte CIMA schon in einer vorgeschalteten Verträglichkeitsanalyse zur Nahversorgung Nord im Mai 2012 getroffen. 
Im aktuellen Komplett-Gutachten stellt die CIMA nun zum Standort Südeweg fest, dass dieser nicht zu den untersuchten Potentialstandorten gehört. Dennoch wird hervorgehoben, dass der Standort Südeweg auch die Nachfrage aus Plaggenburg, Tannenhausen, von Touristen, Berufspendlern und Beschäftigten des Gewerbegebiets Nord ansprechen könne. Dies gilt allerdings nach Siebolds Auffassung ja genauso für den Standort Wiesenstraße. Den Nachteil der mangelnden fußläufigen Erreichbarkeit am Südeweg oder ökologische Nachteile erwähnt CIMA dagegen nicht. 
Siebolds kritisiert, dass im neuen CIMA Gutachten wiederholt  tendenziöse und irreführende       Formulierungen zur Auffassung des Landkreises gemacht werden. Diese sollen wieder suggerieren, dass der Landkreis eine Festlegung für den Südeweg „als alleinige Option“  getroffen habe. Tatsächlich aber hatte der Landkreis es der Stadt überlassen über den Standort für einen großen Supermarkt selbst zu entscheiden. 
Für Siebolds wirft das Gutachten daher Fragen auf. „Warum wurde der Standort Südeweg nicht mit untersucht, obwohl er schon seit 2013 bekannt war? Befürchtete man etwa eine zu negative Beurteilung? Und hatte bei den tendenziösen Textpassagen vielleicht die Verwaltungsspitze ihre Finger im Spiel?“. Ohnehin hatten die Südweg-Befürworter - ohne das Gutachten abzuwarten -  ja den Standort Wiesenstraße schon „ausgeschaltet“, indem der Bauausschuss im Juli den Bebauungsplan Nr. 346 Wiesenstraße beschlossen und so die Verkaufsfläche für die Wiesenstraße auf unrentable 800 qm begrenzt hatte. Am falschen Spiel um den falschen Standort wird also leider auch das CIMA-Gutachten nichts ändern.
Für DIE LINKE sind die Beschlüsse der AG „Verbesserung der Wohnungssituation in Aurich“ zum Bau von Sozialwohnungen völlig unzureichend und realitätsfern. Das Vorhaben, jetzt auf einigen städtischen Grundstücken wie z.B. am Hohegasterweg und dem Schlehdornweg marode Häuser abzureißen und dort neue Sozialwohnungen zu bauen, ist zwar wenigstens ein Anfang nach jahrelanger Untätigkeit der Stadt. Die Anzahl der neuen Wohnungen ist aber gemessen am langfristigen Bedarf nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. 
Noch problematischer ist die Absicht Sozialwohnungen durch private Investoren bauen zu lassen. Denn alle Fachleute und Experten haben der AG bestätigt, dass private Investoren auch mit Fördergeldern des Landes kaum Interesse haben Sozialwohnungen zu bauen. Die geringe Rendite und die 15 jährige Mietpreisbindung schrecken Investoren ab. Und mit einer Festsetzung von 30 % Sozialwohnungen für neue Baugebiete wird es zu lange dauern ausreichend Sozialwohnungen zu schaffen. Die AG erwägt daher sogar weitere städtische Subventionen als Anreiz für die Investoren, wie z.B. verbilligte Grundstücke. Und das, obwohl eine Modellrechnung der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) der AG aufgezeigt hat, dass ein Investor allein mit Förderung des Landes z.B. beim Bau eines Hauses mit 5 Sozialwohnungen eine Zinsersparnis von über 200.000 € hätte. Hinzu käme eine jährliche Rendite von ca. 3 %. 
Diese enorme Vermögensbildung für Immobilienbesitzer mit Steuergeldern könnte besser in die öffentliche Kasse fließen, wenn die Stadt Sozialwohnungen selber baut, z.B. über eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft. So könnte sie auch selbst über die Wohnungsbesetzung entscheiden und niedrige Mieten langfristig halten. Bei privaten Investoren besteht die Gefahr, dass nach Ende der Mietpreisbindung die Mieter mit hohen Mietpreissteigerungen und Kündigungen rechnen müssen.  Zudem gibt es die Landesförderung außerhalb von Sanierungsgebieten nur für Sozialwohnungen für über 60-jährige Menschen. Aber woher bekommen alle Anderen günstigen Wohnraum?
Für LINKEN-Ratsherr Hendrik Siebolds ist das Ergebnis der AG geradezu skandalös. „Der Berg kreiste und gebar eine Maus! Wesentliche Erkenntnisse der zweijährigen Recherche der AG werden ignoriert, ja sogar konterkariert!“, so Siebolds. Obwohl der freie Wohnungsmarkt offensichtlich zu wenig günstige Wohnungen schuf, setzt man wieder nur auf private Investoren. Statt mit einer Wohnungsbaugesellschaft ausreichend und dauerhaft Sozialwohnungen zu schaffen und so auch kommunales Vermögen aufzubauen, wird Privatvermögen subventioniert für ein paar Vorzeigeobjekte. Statt nachhaltiger Daseinsvorsorge überlässt die Stadt einkommensschwache Mieter und Wohnungssuchende hilflos dem überteuerten Wohnungsmarkt. Auch angesichts des heutigen Flüchtlingsproblems und zukünftig steigender Altersarmut ist dies eine höchst fahrlässige Fehlentscheidung. 

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