Die Kindertagespflege gilt als zweite unverzichtbaren Säule der frühkindlichen Bildung. Stichwort ist das Gute Kita Gesetz. Die Kindertagespflege entlastet die Gemeinden, die die erforderlichen Betreuungsplätze institutionell gar nicht in einem ausreichenden Maße zur Verfügung stellen können. Ein weiterer wichtige Aspekt ist, dass mit der Kindertagespflege oft eher den individuellen Bedürfnissen eines Kindes entsprochen werden kann (kleinere Gruppen, Zusammensein mit älteren Kindern, zeitliche Flexibilität) Mit einer Vergütung in Höhe von 2,05 € plus 1,95 € Sachkostenaufwand pro Stunde und Kind liegt der Landkreis im unteren Bereich. ZU der eigentlichen Betreuung kommt die nicht vergütete Zeit. Der Tagesablauf einer Tagespflegeperson sei beispielhaft kurz beschrieben: Zw. 07:15 und 08:00 werden die Kinder gebracht. Dann ist Frühstück. Angebot 2. Frühstück um 09:45. Pampers wechseln. 11:45: Imbiss. Dann um 12:00 ist Schlafenszeit, die Tagespflegeperson macht das Mittagessen. Vereinzelt werden Kinder abgeholt. 13:45 Mittagessen. Um 14.30 werden dann alle Kinder abgeholt. Soviel Einsatz verbunden mit viel Verantwortung muss man eigentlich nicht kommentieren, der Idealismus der Tageseltern sollte nicht ausgenutzt werden.

Die am Anfang genannte zweite Säule in der KTP darf nicht bröckeln. Allerdings hat man den Eindruck, dass der Kreis an ihr sägt – trotz des Gute Kita Gesetzes. Davon zeugen irritierende Äußerungen der Kreisverwaltung dahingehend, dass die Kindertagespflege sich lediglich auf die Tagesrandzeiten erschöpfen sollte. Des Weiteren strapaziert der Lk die Nerven der Eltern und Tageseltern mit der zur Verabschiedung anstehenden Satzung. Sie beinhaltet immer noch eine nicht ausreichende Vergütung, diese auch noch angereichert mit ‘nem ordentlichen Schuss Unsicherheit in Form der Spitzabrechnung`, während den Eltern mit der Beitragstabelle im Großen und Ganzen ab 08.2922 die Beiträge in Rechnung gestellt werden sollen, weswegen sie seit Dezember letzten Jahres protestieren. Es darf nicht sein, dass die KTP im Lk mit dieser Satzung für den ein oder anderen Betroffenen nicht mehr in Frage kommt, Eltern ihre Kinder nicht mehr schicken und Tagespflegepersonen hinschmeißen.

Argumentiert wird seitens der Verwaltung damit, dass durch die Spitzabrechnung Verlässlichkeit entsteht, für eine kindgerechte Betreuungskontinuität gesorgt und der Betreuungsvertrag zuverlässig(er) eingehalten wird. Dies ist sehr theoretisch gedacht wegen der befürchteten Nebenwirkungen: Eltern fühlen sich womöglich genötigt, ihr Kind zu bringen, obwohl noch nicht fit oder kränklich, Tagespflegepersonen sind die Leitragenden, wenn ein Kind aus welchen Gründen auch immer nicht erscheint. Infolge der Spitzabrechnung kann es deshalb durchaus zu Spannungen zwischen Eltern und Tageseltern kommen. Wenn es Ihnen, Herr Dr. Puchert und Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, tatsächlich um das Kindeswohl geht, höhlen Sie die KTP bitte nicht aus. Dadurch erwiesen sie Kindern und Eltern einen Bärendienst. Dagegen würden wir mit mehr Wertschätzung den Tagespflegepersonen gegenüber deren Motivation noch steigern – was wiederum den Kindern zu Gute käme.  Diese Satzung ist aber demotivierend.

Es stellt sich heute die Frage stellen, ob es nicht eher um*s Sparen an fragwürdiger Stelle geht als um das Kindeswohl und einer zeitgemäßen Familienpolitik.  Wenn um Letzteres, stimmen Sie unserem Änderungsantrag bitte zu.

 

 


 

Terminkalender

Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

Reichtumsuhr