Noch vor wenigen Monaten wurden Kostenschätzungen der Bürger von einer halben Milliarde belächelt. Doch jetzt verkündet Landrat Olaf Meinen, berauscht von tollen Plänen, „es kostet was es kostet“. Das bedeutet wohl eher, koste es was es wolle. Der Emder Bürgermeister Kruithoff will Landrat Meinen „irgendwann tief in die Augen schauen“ und fragen, ob man sich die Zentralklinik dann noch leisten könne. Aber bei schon 30 Mio. € Kosten für die Vorplanung bis zur endgültigen Entscheidung heißt es am Ende höchstwahrscheinlich „Augen zu und durch“. Welcher Kreistagspolitiker würde da nächstes Jahr den Mumm haben, den Bürgern zu sagen, dass die Zentralklinik zu teuer wird? Und die Bürger werden wie bisher kaum die Fakten und Informationen bekommen, um die Entscheidung nachzuvollziehen. Denn die von Sven Behrends geforderte Transparenz der Verantwortlichen gegenüber den Bürgern gibt es bis heute nicht; nicht mal gegenüber den Volksvertretern im Kreistag, denn nicht alle Fraktionen sind im Aufsichtsrat der Klinik-Trägergesellschaft vertreten. Dieser völlig undemokratische Vorgang widerlegt die heuchlerische Forderung nach mehr Transparenz.

Und um der Arroganz der Klinikmacher noch die Krone aufzusetzen, stellt Herr Behrens mal eben in einem Nebensatz die weitere Existenz des Bahngleises Aurich-Emden infrage. Dabei wurde dieses Gleis gegen massiven Widerstand der CDU von engagierten Bürgern gerettet. Es transportiert heute die Güter des gewichtigen Steuerzahlers Enercon in Aurich, von dessen üppigen Gewerbesteuer- zahlungen auch der Kreis prosperierte. Und eben dieses Gleis wird in Zukunft dringend für einen Bahnpersonenverkehr gebraucht werden, wenn die Zentralklinik auf der grünen Wiese jedes Jahr weit über 1 Million zusätzliche PKW-Fahrten verursacht. Gerade ein Personennahverkehr zwischen Emden, Norden und Aurich könnte die wirtschaftlichen Wunden ein wenig heilen, die der raumordnerisch falsche Standort der Zentralklinik den Mittelzentren zufügt. So lassen Sven Behrens Worte schon jetzt befürchten, dass auch bei der versprochenen optimalen ÖPNV-Anbindung der Zentralklinik nicht viel herauskommen wird, genauso wenig wie bei dem ungelösten Problem der ambulanten Notversorgung in den Städten.

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