Der Rat der Stadt Aurich kritisiert, dass Enercon bzw. seine zuliefernden Tochterunternehmen aus dem Unternehmensgeflecht des Enercon-Konzerns Gespräche mit den zuständigen Wirtschaftsministern auf Bundes- und Landesebene ausschlagen und Vertretern der IG Metall sogar der gesetzlich zugesagte Zutritt zu betroffenen Betrieben verwehrt wird.

Die Argumentation der Enercon-Geschäftsführung, bei den betroffenen Unternehmen handele es sich um Zulieferer und nicht um Enercon selbst, akzeptiert der Rat nicht: die angekündigten Entlassungen und Standortschließungen beruhen auf Entscheidungen der Enercon-Geschäftsführung und sind von ihr auch zu verantworten.

Der Rat der Stadt Aurich ist davon überzeugt, dass eine Lösung in schwierigen Zeiten nur bei einer vertrauensvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe im Interesse Aller gefunden werden kann.

Der Rat der Stadt Aurich weist darauf hin, dass bei einer Fortsetzung des intransparenten und arbeitnehmerfeindlichen Verhaltens von Enercon zukünftig eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist.

Der Rat der Stadt Aurich ist aufgrund jüngster Informationen zudem in höchster Sorge, dass der derzeitige Rückbau von Produktionskapazitäten in den Tochterfirmen nicht allein auf die erwartete „Delle“ im Auftragsbestand zurückzuführen ist, sondern dass es hier sich bereits um den Beginn einer umfangreichen, strategischen Produktionsverlagerung ins Ausland handelt. Hierfür gibt es zunehmende Anzeichen. Aufgrund der hohen staatlichen Subventionen für Enercon sieht der Rat der Stadt Aurich eine hohe moralische Verpflichtung des Unternehmens, seine Produktionsstätten und Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. 

Der Rat fordert ferner, dass Enercon im Konzernverbund die notwendigen arbeitsmarktpolitisch möglichen Maßnahmen (wie zum Beispiel Kurzarbeit, Weiterbildung, Auffanggesellschaften oder  Zahlung von angemessenen Abfindungen) umsetzt und nicht die Arbeiterinnen und Arbeiter, die jahrelang sehr gute Arbeit geleistet haben, „allein im Regen stehen lässt“. Dazu gehört es auch, das derzeitig stattfindende „Ausschlachten“ der von Insolvenz bedrohten Tochterfirmen durch Abzug von Kapital und höher qualifiziertem, innovativem Personal sofort zu beenden.

Das Bundeswirtschaftsministerium mit Minister Altmaier wird aufgefordert, jetzt schnell einen verbindlichen Plan mit konkreten jährlichen Ausbauvolumina für die Erreichung der vereinbarten Klimaziele 2030 vorzulegen, damit wieder Planungssicherheit in der Branche eintreten kann. Die drastische Reduzierung des Ausbauvolumens für Windenergie muss wieder rückgängig gemacht werden.

Gleichzeitig fordert der Rat der Stadt Aurich die Bundesregierung auf, als ersten dringend nötigen Schritt, die im Koalitionsvertrag angekündigten Sonderausschreibungen von vier Gigawatt für den Bau von Windenergieanlagen, unverzüglich freizugeben.

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