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AGL in SBL: Mehr Blühstreifen schaffen und Insektengifte verbieten!“

Pressemitteilung Antrag Artenvielfalt erhöhen – Insektensterben stoppen

Mehr Blühstreifen schaffen und Insektengifte verbieten!“

GRÜNE, LINKE und AWADA im Gemeinderat Südbrookmerland fordern Maßnahmen, um Artenvielfalt zu erhöhen und Insektensterben zu stoppen.

Der Rückgang fast aller Insektenarten nimmt immer dramatischere Ausmaße an. So haben Insektenforscher aus Krefeld an rund 90 Standorten einen Rückgang der Insekten um durchschnittlich 75 Prozent in den letzten 27 Jahren festgestellt. Die Gruppe GRÜNE, LINKE und Awada im Gemeinderat Südbrookmerland haben dazu jetzt einen Antrag eingebracht, in dem sie Maßnahmen fordern, um die Artenvielfalt zu erhöhen und das Insektensterben zu stoppen.

„Mit dem Insektensterben drohen ganze Nahrungsketten in der Natur zusammenzubrechen – mit zum Teil erheblichen Folgen für die Vogelwelt. Insgesamt verlieren wir in Deutschland im Moment jedes Jahr eine Million Vogel-Brutpaare, weil sie nicht mehr genug Nahrung finden – es fehlen die Insekten. Der Star als Vogel des Jahres 2018 ist zwar noch überall verbreitet, aber seine Bestände sind massiv eingebrochen – genauso beim Buchfink oder bei der Goldammer. Hauptverursacher ist die Landwirtschaft“, sagt Karl Enno Rocker, Gruppensprecher der AGL Gruppe: „Wenn wir in den kommenden Jahren keinen ‚stummen Frühling‘ ohne Vogelgezwitscher erleben wollen, muss die Politik jetzt gegensteuern und mehr Natur wagen – das schützt nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch die Gesundheit der Menschen.“

In ihrem Antrag fordern GRÜNE, LINKE und Awada vermehrte Blumeneinsaaten auf öffentlichen Grünflächen, mehr Blüh- und Altgrasstreifen, eine schonende Mähweise sowie ein Verbot von Totalherbiziden wie Glyphosat und Neonikotinoide.

Hintergrund:

Durch das massive Insektensterben fehlt nicht nur der Vogelwelt die Nahrung, auch den Blüten fehlen die Bestäuber. „Wesentliche Ursache für diese ökologische Katastrophe ist die industrielle Landwirtschaft, die unsere Kulturlandschaft zu einer völlig verarmte Industrielandschaft degradiert hat“, sagen Awada und Erdwiens. „Das hat langfristig auch ökonomische Folgen: So fällt mit dem Verschwinden von Fledermäusen, Vögeln und Insekten die biologische Schädlingsbekämpfung aus und die Bestäubungsleistung etwa unserer Bienen.“ Rund 35 Prozent unserer pflanzlichen Nahrungsmittel hängen davon ab.

Das Bienensterben ist vor allem auf den hohen Einsatz von Insektengiften zurückzuführen: Diese Gifte – zu 80 Prozent die sogenannten Neonikotinoide - werden entweder versprüht oder vorbeugend bei der Saatgutbehandlung (Beizen) eingesetzt. Dieses Nervengift wird von den Wurzeln aufgenommen und in Blätter und Blüten transportiert. Bienen verlieren durch Neonikotinoide die Orientierung, finden ihren Stock nicht mehr und sterben. Noch sei es nicht zu spät, beim Insektensterben gegenzusteuern, meinen die GRÜNEN, LINKE und AWADA. Experten und Umweltverbände raten dennoch zur Eile.

AGL Gruppe, 23.02.2018

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